Angebote der Krankenhäuser zukünftig besser abstimmen

CDU-Umlandkonferenz

CDU-Umlandkonferenz will bessere Versorgung der Patienten durch länderübergreifende Zusammenarbeit erreichen
Am 10. Juli 2017 sind in auf Einladung des Abgeordneten Andreas Mattfeldt und der CDU-Kreistagsfraktion Osterholz unter Leitung des Fraktionsvorsitzenden Rainer A. Sekunde Vertreterinnen und Vertreter der Landkreise Verden und Osterholz sowie der Stadt Bremen zu einer Umlandkonferenz zusammengekommen.

Am 10. Juli 2017 sind in auf Einladung des Abgeordneten Andreas Mattfeldt und der CDU-Kreistagsfraktion Osterholz unter Leitung des Fraktionsvorsitzenden Rainer A. Sekunde Vertreterinnen und Vertreter der Landkreise Verden und Osterholz sowie der Stadt Bremen zu einer Umlandkonferenz zusammengekommen. Thema der bereits zum zweiten Mal stattfindenden Konferenz war die medizinische Versorgung in einem Stadt-Umland-Kontext. Ziel war es, gemeinsam zu erörtern, wie die Angebote der Krankenhäuser, aber auch die Bereiche Hospiz oder Palliativmedizin länderübergreifend besser aufeinander abgestimmt werden können. Dazu Mattfeldt: „Wenn es um die Zukunft der Gesundheitsversorgung und der Krankenhäuser geht, gehören alle Verantwortlichen aus dem Bremer Umland an einen Tisch.“ Der Veranstaltungsort passte zum Inhalt: Das Bordfelder Landhaus befindet sich unmittelbar auf der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und  Bremen.

 

Die große Bandbreite von Referenten und Teilnehmern ermöglichte eine vielschichtige Diskussion des Themas aus kommunaler, bundespolitischer sowie auch praxisorientierter Perspektive. Der auf Einladung von Andreas Mattfeldt anwesende Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, Lutz Stroppe, beleuchtete in seiner Rede zunächst die bundespolitischen Aspekte der Thematik. Für die Patienten sei von großer Bedeutung, dass der Bund es geschafft habe, die Krankenkassenbeiträge stabil zu halten. Mehr ältere Menschen bedeuteten künftig mehr Erkrankte. Bereits heute fehlten den Einrichtungen aber die Fachkräfte. Der Bund habe das erkannt und steuere mit dem soeben beschlossenen Pflegeberufereformgesetz dagegen. Zudem seien für die Entwicklung der Krankenhäuser eine Milliarde Euro in den Strukturfonds eingestellt worden. Stroppe bemängelte, das weder Niedersachsen noch Bremen ihre Landesanteile an der Krankenhausfinanzierung entsprechend aufstocken würden. „Das hat zur Folge, dass hier derzeit die Fallpauschalen die Investitionen der Häuser mitfinanzieren müssen“, sagte Stroppe. Auch hier werde gegengesteuert. Die vom Bund bereits beschlossenen Maßnahmen brauchen allerdings eine gewisse Anlaufzeit: Niedersachsen profitiere von der Angleichung der Basisfallwerte, vom Strukturfonds, dem Pflegeförderprogramm des Bundes sowie davon, dass der Bund dieHälfte der Tarifsteigerung für das Personal übernehme. Zudem würden für 2018 Pflegeuntergrenzen definiert. 2018/19 gebe es weitere 2,5 Milliarden Euro für den Erhalt der Krankenhäuser in strukturschwachen Regionen.

 

Später beschrieben der Leiter des Osterholzer Kreiskrankenhauses, Dr. Klaus Vagt, und der Geschäftsführer der Klinik Lilienthal, Dr. Benjamin Behar, die medizinische Praxis und erläuterten in kurzen Impulsvorträgen, wie sich regionale Krankenhäuser bei medizinischer Grundversorgung, Spezialisierung und Kooperationen noch besser positionieren könnten. Im Moment erschwert die duale Krankenhausfinanzierung eine Weiterentwicklung. Während das Land die Investitionen in die Kliniken finanziert, sind die Krankenkassen für die Behandlung zuständig. Jedoch investiert das Land Niedersachsen aktuell viel zu wenig. Aus Sicht des Haushaltspolitikers Mattfeldt ist es dringend notwendig, dass die Krankenhäuser der Region ihre Planungen und Angebote deutlich besser aufeinander abstimmen, anstatt sich ruinöse Konkurrenz zu machen. Andernfalls drohten mangelnde Auslastung der Betten und der Zwang Häuser zu schließen auf der einen und die Unterversorgung der Patienten auf der anderen Seite. Auch bei der Ausbildung des Fachpersonals, vor allem im Pflegebereich, müssten neue Wege geprüft und deutlich mehr ausgebildet werden. Ebenfalls symptomatisch für den Nahbereich sei, dass diesseits und jenseits der Landesgrenzen die gleichen Leistungen eines Krankenhauses unterschiedlich vergütet werden. Bundesweit gebe es 16 unterschiedliche Vergütungsordnungen, die erhebliche Auswirkungen auch auf die Bezahlung des Personals haben. Das führe zu Konkurrenzdruck und zur Abwanderung von Fachkräften in besser zahlende Bundesländer. „Patienten kümmern sich nicht um Landesgrenzen. Sie gehen dorthin, wo sie für ihre Bedürfnisse die besten Angebote finden. Im Notfall spielten kurze Wege eine Rolle, bei planbaren Eingriffen der Zustand und die Ausstattung von Stationen, “ schließt Mattfeldt ab.

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